[Darmstadts Image-Macher]

Von W. Christian Schmitt

Die Welt ist so, wie man sie sieht. Dieser selbstverständlich anmutende Satz stammt aus der Feder von Marion Gräfin Dönhoff, der legendären, einstigen Chefredakteurin der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. Er sagt viel aus über das journalistische Selbstverständnis, nicht nur dieser Publizistin. Und er ist im wesentlichen Arbeitsgrundlage der allermeisten Kollegen reihum, sei es bei Zeitungen, Rundfunk oder Fernsehen. Sie alle berichten über Ereignisse so, wie sie diese wahrnehmen. Ihre Erfahrungen, Ansichten, Einsichten, auch Vorlieben oder Abneigungen spielen dabei – bewusst oder unbewusst – eine nicht unmaßgebliche Rolle.

Wer je eine Pressekonferenz (oder Veranstaltung) besucht hat, zu der ein halbes Dutzend oder mehr Kollegen geladen waren, und am darauf folgenden Tag liest, wie jede/r Einzelne von ihnen darüber (sehr unterschiedlich) berichtet, weiß, wovon ich rede. Denn natürlich nimmt ein junger Redakteur etwas anders wahr, als ein älterer Kollege, eine Frau setzt andere Akzente als ein Mann, ein freier Mitarbeiter anders als ein Ressortleiter oder gar Chefredakteur. So, wie die Kollegen einen Zustand beschreiben, eine Institution oder gar einen ganzen Ort darstellen, so prägt er sich im Bewusstsein Außenstehender ein. Dass diese Darstellung sich oftmals nicht mit der „Realität“ decken muss – davon künden in der Tagespresse die immer umfänglicher werdenden so genannten Leserbriefseiten. Sie machen genau diesen Zustand bewusst: eine Zeitung und ihre Redakteure sehen „die Welt“ durch ihre eigene Brille – und eben nicht so, wie sie ist.

Wir vom Regionalmagazin sind uns von Anfang an genau dieser Problematik bewusst und verfahren deshalb ein wenig anders: bei uns kommt es nicht auf die Sicht und Meinung des Redakteurs an. Bei uns zeichnen das Bild einer Stadt und der Region all jene Mitbürger (an maßgeblicher Stelle und aus unterschiedlichster Perspektive), die durch ihre tagtäglichen Entscheidungen am Image von Darmstadt mitarbeiten. Das Regionalmagazin bietet diesen ein Forum. 95 Prozent der Beiträge, die wir veröffentlichen, sind aus diesem Grunde Originalbeiträge, die Leser nur bei uns finden. Und unsere komplette monatliche Auflage geht in 33.000 Darmstädter Haushalte. Wir sind damit das auflagenstärkste Darmstädter Monatsmagazin und spiegeln das wider, was jenseits der vermeintlichen Tageszeitungsaktualität wichtig ist.

W. Christian Schmitt ist der für Redaktion und Konzeption zuständige Herausgeber des Regionalmagazins.